Lösungen für „turbo“-genaue Bohrungen
Der Trend im Kfz-Motorenbau ist seit Jahren unverändert. „Downsizing“ ist das passende Stichwort dazu: Die Motoren verfügen trotz kleiner werdendem Hubraum über vergleichbar mehr Leistung - und zugleich verringert sich ihr Kraftstoffverbrauch. Möglich ist dies freilich nur mithilfe von Turbolader- und Direkteinspritztechnik. Die effiziente und hochgenaue Bearbeitung von Turboladergehäusen ist folglich kein „Randthema“ im Automobilbau. Sie rückt ganz im Gegenteil immer stärker ins Interesse der Konstrukteure. Dies hat auch starken Einfluss auf die Anforderungen bei der Bohrungsfeinbearbeitung. In diesem Zusammenhang ist bei den Konstrukteuren von LMT-Belin eine bewährte Technologie im Fokus: Kundenspezifisch entwickelte Einschneiden-Reibahlen und insbesondere die dazugehörigen Wendeschneidplatten. Mit ihnen lassen sich bestehende Prozesse weiter optimieren.
Wenn mit Reibahlen die Oberfläche und Maßgenauigkeit von Bohrungen verbessert werden, geht es nur noch um Tausendstelmillimeter. Kaum ein Werkzeug steht so für die Feinbearbeitung von Metallbauteilen. In diesem Zusammenhang erklärt es sich von selbst, dass der Einsatz eines neuen Werkzeugs dieses Typs für jeden Produktionsplaner ein hochsensibles Thema ist. „Hier entscheidet sich nicht zuletzt die gesamte Qualität eines Bauteils. Dazu kommt, dass speziell der Turbolader für die Effizienz und Leistungsfähigkeit eines modernen Motors eine herausragende Rolle hat“, bestätigt Florent Mathieu, Anwendungstechniker und Automotive-Spezialist von LMT Belin.

- Reibahlen von LMT
Schritt für Schritt zum Spezialwerkzeug
Bei der Feinbearbeitung eines Turbolader setzt ein bekannter slowenischer Automobilzulieferkonzern ab Februar diesen Jahres auf eine Einschneiden-Reibahle von LMT-Belin. Nach einer ersten Angebotsabgabe durch LMT Belin im März 2009, in der sowohl die qualitativen Ziele wie auch die Stückkosten definiert wurden, begannen im April die ersten Tryout-Versuche mit einer Einschneiden-Reibahle, die von den französischen LMT-Experten speziell für die Produktionsbedingungen des Kunden entwickelt wurde. „Im Laufe des Jahres erfolgten aber noch zahlreiche weitere Entwicklungsschritte, bei denen wir Werkzeuggeometrie oder Schneidstoff weiter optimiert haben. Im September testete der Kunde die Reibahle dann erstmals unter Serienbedingungen“, so Mathieu.
Bessere Standzeiten, geringerer Ausfall
Weitere Untersuchungen bestätigten den ersten Eindruck: Die Einschneidenreibahle mit einem Durchmesser von 13,88 Millimeter garantiert bei der Feinbearbeitung von Edelstahl (GG 20) nicht nur die geforderte, hochgenaue Bearbeitungsqualität. Zugleich verbesserte sich die Standzeit um mehr als 15 Prozent. „Es ist zudem sicher, dass sich auch die Ausfallquote des Werkzeugs im Vergleich zu vorher eingesetzten Modellen deutlich verbessert hat“, betätigt Mathieu.
Neue Strategie mit Erfolg
Dieses Projekt ist zudem stellvertretend für die konsequente Exportorientierung bei LMT Belin im Jahre 2009. Verschiedene Kunden z. B. in Italien, Osteuropa und der Türkei konnten hinzugewonnen werden. Florent Mathieu kann diesen Erfolg in einem für den Automobilbau schwierigen Jahr erklären: „Wir haben bereits Anfang letzten Jahres unsere Aktivitäten und internen Kapazitäten im Spezialbereich Einschneiden-Reibahlen deutlich ausgebaut. Ganz im Sinne der LMT-Philosophie des Multinischenanbieters wollen wir uns zukünftig verstärkt der Entwicklung dieser passgenauen Speziallösungen zuwenden - ergänzend zum weiterhin vorhandenen Standardprogramm.“ Gleichzeitig hat LMT Belin im Jahre 2009 an seiner Strategie festgehalten, seine technisch qualifizierte Vertriebsmannschaft weiter auszubauen und zunehmend auf internationale Projekte auszurichten. “Wir stellen fest, dass wir das Vertrauen unserer Kunden und unsere Position im Wettbewerb deutlich gestärkt haben.“
